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Herne gehörte seit der Gründung zum Erzbistum Köln und war dem Dekanat Wattenscheid unterstellt. Ab 1561 fasste die Reformation nach lutherischem Bekenntnis Fuß. Danach war Herne über viele Jahrhunderte protestantisch. Zwischen 1681 und 1686 entstand auch eine reformierte Gemeinde. Beide vereinigten sich 1845 zur evangelischen Kirchengemeinde Herne, die seit dem Übergang an Preußen Teil der Evangelischen Kirche in Preußen bzw. dessen westfälischer Provinzialkirche war. Herne wurde Sitz einer Superintendentur, aus welcher später der Kirchenkreis Herne innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen hervorging. Im Gebiet der späteren Stadt Wanne-Eickel wurde ab 1577 ebenfalls die Reformation eingeführt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gehörten die Protestanten zur Kreissynode Gelsenkirchen. 1933 wurden sie dem Kirchenkreis Herne zugeordnet. Heute heißt dieser Kirchenkreis Herne-Castrop-Rauxel und umfasst insgesamt 23 evangelische Kirchengemeinden innerhalb der Stadt Herne und der benachbarten Stadt Castrop-Rauxel. Die 16 Kirchengemeinden der Stadt Herne sind: Baukau, Bladenhorst-Zion, Börnig, Christus-Kirchengemeinde, Dreifaltigkeits-Kirchengemeinde, Kreuz-Kirchengemeinde, Luther-Kirchengemeinde, Sodingen, Crange, Eickel, Holsterhausen, Röhlinghausen, Wanne-Mitte, Wanne-Nord, Wanne-Süd und Wanne-West. Daneben gibt es verschiedene Landeskirchliche Gemeinschaften und die Stadtmissionen in Wanne, Eickel und Herne.
Die wenigen Katholiken im heutigen Stadtgebiet von Herne gehörten bis 1821 weiterhin zum Erzbistum Köln, dann wurden sie dem Bistum bzw. Erzbistum Paderborn zugeordnet. Infolge der Industrialisierung zogen weitere Katholiken zu, so dass 1859 in Herne eine Notkirche errichtet wurde und bereits 1862 konnte eine eigene Pfarrei gegründet werden. Im Gebiet der späteren Stadt Wanne-Eickel gab es im 17. Jahrhundert eine starke katholische Missionstätigkeit. So wurden insbesondere die Häuser Crange und Nosthausen zu Mittelpunkten katholischen Lebens. Bereits 1687 war in Eickel eine katholische Kapelle errichtet worden und in der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte die Pfarrgemeinde Eickel schon mehrere Tochtergemeinden. Sie alle gehörten zum Dekanat Wattenscheid. Später wurde sowohl Herne als auch Wanne-Eickel (1926) Sitz eines eigenen Dekanats.
Seit dem 1. Juli 2006 gehören zum Dekanat Emschertal in Herne die Pastoralverbünde mit den Pfarrgemeinden St. Barbara (Elpeshof), St. Bonifatius, St. Dreifaltigkeit (Holthausen), St. Elisabeth, Herz-Jesu, St. Joseph (Horsthausen), St. Konrad, St. Marien (Baukau), St. Peter und Paul (Sodingen) und St. Pius (Pantringshof). Im ehemaligen Dekanat Wanne-Eickel die Pfarrgemeinden Allerheiligste Dreifaltigkeit, St. Barbara (Röhlinghausen), St. Franziskus (Holsterhausen), Heilige Familie (Holsterhausen), Herz Jesu (Wanne-Nord), St. Jo seph (Wanne-Süd), St. Laurentius, St. Marien (Eickel) und St. Michael (Bickern) sowie die Gemeinden der Stadt Castrop-Rauxel. Seit 1990 besteht die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien, St. Petrus & Paulus e.V. (Wanne-Eickel).
Neben den evangelischen und katholischen Gemeinden in Herne gibt es auch noch verschiedene Freikirchen, darunter den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, die Baptisten, die Friedenskirche in Wanne-Eickel und die Christuskirche in Herne-Mitte (beide Gemeinden bestehen seit 1905), die Evangelisch-methodistische Kirche, die Heilsarmee und die Lifeline-Gemeinde (Siebenten-Tags-Adventisten).
Auch die Neuapostolische Kirche (erster Betsaal 1929), die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) und die Zeugen Jehovas sind in Herne vertreten. Allgemein ist die Zahl der Mitglieder christlicher Religionsgemeinschaften in der Gegenwart rückläufig.
Das Stadtgebiet der heutigen Stadt Herne hat sich wie folgt entwickelt. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts umfasste das heutige Stadtgebiet mehrere kleine Orte, die ab 1807 zum Großherzogtum Berg gehörten. Die französische Verwaltung bildete die Mairie Herne mit den Gemeinden Baukau, Bickern, Bladenhorst, Crange, Eickel, Herne, Hiltrop, Holsterhausen, Horsthausen, Pöppinghausen und Röhlinghausen sowie die Mairie Castrop, zu der u.a. die Gemeinden Börnig, Holthausen und Sodingen gehörte. Beide Mairien gehörten zum Kreis Bochum. Aus den beiden Mairien wurden 1813 Bürgermeistereien und 1844 Ämter gebildet. Zum 1. August 1875 wurde das Amt Herne geteilt. Es entstand das Amt Wanne. Im Amt Herne verblieben nur noch die Gemeinden Baukau, Bladenhorst, Herne, Hiltrop, Horsthausen und Pöppinghausen. Nachdem Herne 1897 die Stadtrechte erhielt, wurde das Amt Herne aufgelöst. Die Gemeinden des bisherigen Amtes Herne bildeten fortan das Amt Baukau, aus dem 1902 die Gemeinde Hiltrop ausschied. Gleichzeitig entstand aus dem Restamt Castrop das Amt Sodingen mit den Gemeinden Sodingen, Börnig und Holthausen.
Am 1. Juli 1906 schied Herne aus dem Kreis Bochum aus und wurde eine kreisfreie Stadt. Am 1. April 1908 wurden Baukau und Horsthausen aus dem Amt Baukau eingemeindet. Die dann noch verbleibenden Gemeinden des Amtes Baukau (Bladenhorst und Pöppinghausen) bildeten danach das Amt Bladenhorst, das jedoch heute nicht mehr zum Stadtgebiet Hernes gehört. Mit der Eingliederung eines Teils der Gemeinde Bladenhorst sowie des Amtes Sodingen (Gemeinden Sodingen, Börnig und Holthausen) am 1. April 1926 sowie von Oestrich und Kray am 1. August 1929 erreichte das Stadtgebiet von (Alt-)Herne vorerst seine größte Ausdehnung.
Das westliche Stadtgebiet des heutigen Stadtkreises Herne gehörte bis 1875 ebenfalls zum Amt Herne. Doch wurde dann das Amt Wanne im Kreis Bochum (ab 1885 Kreis Gelsenkirchen) mit den Gemeinden Bickern, Crange, Eickel, Holsterhausen und Röhlinghausen gebildet. 1891 wurde das Amt Wanne geteilt, es entstand das neue Amt Eickel mit den Gemeinden Eickel und Holsterhausen. Im Amt Wanne verblieben die Gemeinden Bickern (ab 1897 Wanne), Crange und Röhlinghausen. 1905 wurde Crange nach Wanne und 1910 Holsterhausen nach Eickel eingemeindet. Die beiden Ämter Wanne und Eickel wurden zum 1. April 1926 zur kreisfreien Stadt Wanne-Eickel vereinigt.
Über nahezu fünf Jahrzehnte bestanden somit zwei kreisfreie Städte nebeneinander, bevor diese zum 1. Januar 1975 im Rahmen der kommunalen Neuordnung zur neuen Stadt Herne vereinigt wurden. Ursprünglich geplant war eine Eingemeindung von Wanne-Eickel nach Gelsenkirchen und von Herne nach Bochum. Diese Pläne zur Eingemeindung in die Nachbarstädte durchkreuzten die Vertreter der lokalen SPD. Der Bottroper Oberbürgermeister Wilczok hatte die Idee, und die Herner und Wanne-Eickeler Sozialdemokraten setzten sie um: Herne und Wanne-Eickel gingen eine Städteehe ein, mit dem Nebeneffekt, dass beide Landtagswahlkreise erhalten blieben: Alt-Herne und Wanne-Eickel.
1910 hatte Herne mehr als 50.000 Einwohner. 1933 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Am 1. Januar 1975 erreichte die Bevölkerungszahl von Herne durch die Vereinigung mit der Großstadt (seit 1955) Wanne-Eickel (92.472 Einwohner 1974) mit 193.831 ihren historischen Höchststand. Ende Juni 2006 lebten in Herne nach amtlicher Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 170.448 Menschen mit Hauptwohnsitz. Bis 2025 wird diese Zahl laut Bevölkerungsprognose des Landesamtes auf 153.000 zurückgehen.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (1) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | |
| 1809 | 575 | 31. Dezember 1945 | 88.858 | |
| 1818 | 749 | 29. Oktober 1946 (1) | 97.389 | |
| 3. Dezember 1843 (1) | 938 | 13. September 1950 (1) | 111.591 | |
| 3. Dezember 1858 (1) | 1.992 | 25. September 1956 (1) | 115.365 | |
| 1. Dezember 1871 (1) | 4.417 | 06. Juni 1961 (1) | 113.207 | |
| 1. Dezember 1885 (1) | 9.873 | 31. Dezember 1965 | 109.148 | |
| 1. Dezember 1890 (1) | 13.920 | 27. Mai 1970 (1) | 104.077 | |
| 1. Dezember 1895 (1) | 19.304 | 31. Dezember 1975 | 190.561 | |
| 1. Dezember 1900 (1) | 27.863 | 31. Dezember 1980 | 182.542 | |
| 1. Dezember 1905 (1) | 33.266 | 31. Dezember 1985 | 172.150 | |
| 1. Dezember 1910 (1) | 57.147 | 25. Mai 1987 (1) | 174.238 | |
| 1. Dezember 1916 (1) | 58.730 | 31. Dezember 1990 | 178.132 | |
| 5. Dezember 1917 (1) | 59.357 | 31. Dezember 1995 | 179.897 | |
| 8. Oktober 1919 (1) | 64.118 | 31. Dezember 2000 | 174.529 | |
| 16. Juni 1925 (1) | 66.510 | 31. Dezember 2005 | 170.992 | |
| 16. Juni 1933 (1) | 98.595 | |||
| 17. Mai 1939 (1) | 94.649 |
(1) Volkszählungsergebnis